Den Wechsel von Spannung und Entspannung nennt man Rhythmus, hat mir mein Musikprofessor einmal erzählt. Wenn ich im Stillstand verharre, zu lang in der Entspannung bin, muss ich los. Ich bewege mich in die Spannung hinein. Wortwörtlich am besten indem ich losgehe, meine momentane Örtlichkeit verlasse. Ich gehe. Ich spüre den Wind in meinem Haar. Ich lebe. Ich spüre, dass ich lebe. Wenn ich meinen Spannungsbogen dann überschritten habe, ich müde geworden bin, geht es zwangsläufig wieder zurück in die ersehnte Entspannung.

Das hängt direkt zusammen mit unserem Atem. Ein anderer Musikprofessor von mir machte immer mal wieder folgendes Spiel mit uns Schülern. Er spannte sein Zwerchfell voll an und bat uns, wir sollten ihm, einer nach dem anderen, fest in seinen Bauch boxen. Das taten wir auch, nachdem er uns immer wieder die Scheu davor nahm. Er selbst nahm die teils harten Schläge völlig gelassen, leicht grinsend hin. Es machte immer wieder großen Spaß, wie du dir vorstellen kannst. Er meinte immer wieder, denk dir nichts, hau deinem Lehrer richtig eine rein.

Was natürlich allerdings auch unser Herr Professor gemacht hatte war, er hatte sich zwischen den Schlägen entspannt. So macht es jedes Lebewesen. Unwillkürlich tut unsere Lunge, unser Herz das Zeit unseres Lebens. So kommen wir dem Spiel des Lebens gar nicht aus. Der Rhythmus kann manchmal etwas verloren gehen, aber grundsätzlich sind wir in ihm gefangen. Wie schön ist das denn?

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