Vorgezeichnete Wege

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Wir gehen viele Wege. Die allermeisten sind vorgezeichnete. Wir bilden uns zwar ein unglaublich individuell zu sein. In Wahrheit machen wir jedoch das Allermeiste von dem nach was unsere Ahnen bereits vorgemacht haben. Und daran ist nicht so viel falsch.

Viele Generationen sind bereits Wege gegangen. Viele Generationen sind viele Wege nachgegangen. Viele Menschen sind dabei ‘richtig’ gegangen.

Oft heißt es: ‘Bist du auf dem richtigen Weg?’ Und es ist gut sich das immer wieder zu fragen. ‘Wie gut ist mein Weg?’ ‘Wie interessant ist mein Weg?’ ‘Wie viel begangen ist mein Weg?’ ‘Wie sicher ist mein Weg?’ ‘Wie sinnvoll ist es gerade auf meinem Weg zu gehen?’

Bei der ganzen modernen Motorisierung ist vielleicht überhaupt das Wichtigste überhaupt noch zu gehen. Ob auf einem vorgezeichneten Pfad oder auf einem ungegangenen Weg in der Wildnis. Manchmal fragt man sich in der Einöde: ‘Ist diesen Weg hier schon jemals jemand gegangen?’ ‘War hier schon einmal überhaupt jemand?’

Manche glauben das ganze Leben sei vorgezeichnet. Was ich immer wieder feststelle, viele Wege sind vorgezeichnet. Du brauchst sie nur noch zu gehen. Wege sind immer mit Bewegung in Verbindung. Und wir sind immer mit den Wegen unserer Ahnen in Verbindung. Das ist vorgezeichnet.

 

Sich bewegen lassen

img_20190929_075059Mit unglaublichen Geschwindigkeiten lassen wir uns heute bewegen. Die höchsten erzielen Astronauten, sie überwinden dabei sogar die Erdanziehung und schweben in ihrer Kapsel im luftleeren Raum. Somit entkommen sie vorübergehend dem Planeten Erde.

Wir ‘Normalsterbliche’ erleben hohe Geschwindigkeiten in ultraschnellen Autos, Zügen oder in Flugzeugen. Fliegen hat in den letzten 30 Jahren irre zugenommen. Wenn man heute auf der Flugapp flightradar24 schaut, sieht man bestimmte Gebiete unseres Planeten voll mit Flugzeugen, nein, propevoll!

Der kürzlich verstorbene erste deutsche Astronaut der im All war meinte: Man sieht von dort wie wunderschön (blau) unsere Erde ist. Gleichzeitig sieht man jedoch auch wie unglaublich zerbrechlich sie ist.

Man braucht nicht selbst im All zu sein um mitzubekommen wie leicht das Gleichgewicht des Planeten Erde zu beeinflussen ist.

Ich fliege unheimlich gerne. Mein Berufswunsch mit knapp 20 war es Linienpilot zu werden. Andererseits ist mir sehr bewusst wie klimagefährdend das enorme Flugaufkommen heutzutage ist.

Wenn man die Situation etwa rund um einen der geschäftigsten Flughäfen in Dubai beobachtet, wird bewusst wie verrückt unser Leben geworden ist. Verrückt und so verdammt schnell.

Unser menschliches Problem bleibt allerdings, es ist zu schnell für uns. Alles was schneller als zu Fuß ist, ist für den Menschen bereits zu schnell. Das meint der Exbergsteiger Reinhold Messner.

Die Digitalisierung hat unser Leben noch einmal verschnellert. Ob sie es verbessert hat bleibt sehr in Frage zu stellen. Je mehr der Mensch Gebrauch von Maschinen und Computern macht, desto höher läuft er Gefahr sich und seinen Körper zu wenig zu bewegen. Das können wir daraus lernen. Zu schnell ist nicht gut für uns.

Waldgehen

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Ich war im Wald. Gestern, heute. Uns zieht es in den Wald. Dieser schluckt uns dann. Wir sind mehr bei uns. Wir fühlen uns geborgen, wir fühlen uns daheim. Zumindestens allermeistens. Natürlich kann ich in einem Wald auch verlorengehen, mich einsam fühlen, nicht mehr wissen wo ich bin, Angst haben. Heutzutage wo wir in viel zu viel Technik und Außenbestimmung leben zieht uns der Wald wie seit Millionen von Jahren an. Bäume sind Lebewesen wie wir.

Der Waldboden ist wunderbar weich. Er entsteht durch die dauernde Verrotung der Blätter, Rinden, Äste, Totholz vermodert. Es ist ein wunderbar weiches, angenehmes Gehen im Wald. Am besten barfuß. Du merkst, dass du wie dahinschwebst auf dem wunderbar weichen Blätterüberzug.

Bröselst du ein Blatt in der Hand auf, stellst du fest wie vergänglich es und wir selbst sind. Ich liebe den Wald. Nicht jeden gleich. Seit meiner Kindheit bekannte Bäume und Sträucher oder Farne sind sehr Vertraute von mir. Neue Bäume, unbekannte sind jedoch genauso sofort gute Freunde. Sie heißen einen wie selbstverständlich willkommen.

Sie selbst verweilen dort wo sie ihren Platz bekommen haben. Das ist einer der größten Unterschiede zwischen Tieren und Bäumen. Der Baum muss genau mit seinem zugewiesenem Platz zurechtkommen. Er versucht alles um Licht einzufangen. Untereinander sind Bäume wahrscheinlich genauso vernetzt wie Menschen. Wurzeln berühren sich, Symbiosen sind allerorts zu entdecken.

Wir können von unseren Freunden, den Bäumen viel lernen. Deshalb fühlen wir uns mit Holz so wohl, weil wir eben sehr verwandt mit den Pflanzen sind. Also werde ich nicht aufhören in den Wald zu gehen. Es ist jedes Mal ein Erlebnis. Im Wald gehen. Aber auch stehen bleiben und staunen. Das ist unser Planet, unsere Mutter Erde. Sie gibt uns alles was uns guttut. Das können wir lernen. Wie schön ist das denn?!

Denkengehen

Ich ging heute. Einer der Gründe war, ich wollte den schönen Sommermorgen auf der Alm nützen, nach dem bekannten Motto, Morgenstund hat Gold im Mund.

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Ein anderer Grund war, ich musste meinen Kopf, mein Gedächtnis hinaustragen um Gedanken zu sortieren. Zu schwer ist der Geist oftmals, fühlt sich eingesperrt, kann nicht atmen, erstickt fast. 

Dann treibt es uns auf unsere Beine, wir müssen gehen und kommen dadurch in einen viel besseren Fluss des Denkens. Es löst sich so manches, anderes wird klar oder klarer. Neues kann entstehen, die Schwere des Verkopften verfliegt.

Ich gehe um zu denken. Ein starkes Motiv. Wir können es als Denkengehen bezeichnen.

Danach ist einiges besser sortiert in unserem Geist, es ist vorerst wieder etwas aufgeräumter, etwas leichter. Wir fühlen uns wieder wohler. Der Geist hat Sauerstoff und Fluss bekommen.

Bis zum nächsten Denkengehen wird nicht viel Zeit vergehen.

Beobachten

img_20190714_151711Ich bin heute leicht gewandert. Dabei habe ich die emsigen Insekten beobachtet wie sie den Nektar der Sommerblumen ohne Unterlass gesammelt haben. Dieser Kreislauf funktioniert schon seit vielen Zigjahren.

Sich einfach hinsetzen und beobachten. So kann ich die Natur rings um mich bestaunen und bewundern. Bei diesem Staunen merke ich gar nicht, dass ich, dass wir Menschen ein Teil dieser Natur sind. Wir sind aber nicht außerhalb, wir sind mittendrin.

Auch wenn die Inder heute eine Rakete zum Mond schießen, wir kommen von dieser Erde nicht los. Und das müssen wir auch nicht. Was vielen gut täte, wäre unseren Planeten, die Natur direkt um uns mehr zu beobachten, zu bewundern. Dieser Respekt, dieses Verständnis geht vielen Menschen heute verloren. Mag die industrielle und digitale Entwicklung noch so schnell voranschreiten, die Lebens und Naturgesetze bleiben seit Zigjahren die gleichen.

Wir dürfen uns in der Natur geborgen fühlen. Wir dürfen nie aufhören sie zu beobachten, sich über sie zu wundern, zu staunen und vor allem von ihr zu lernen. Wir werden so bescheidener, dankbarer, geerdeter, zufriedener, hier auf der Erde, und nicht auf irgendeinem anderen Planeten. Danke Mutter Erde!

Ausmisten

Ich habe ausgemistet. Also alles das weggegeben was nicht wichtig für mein Leben jetzt ist. Das war viel. Etwa ein Viertel blieb noch übrig. Die Wohlstandsgesellschaft ist noch immer im Shopping Wahn.

Das wird sich ändern. Erste Ansätze sind da. Die fridays for future Generation kann diese Möglichkeit nutzen, wenn sie es ernst meint. Das wird noch schmerzhaft werden. Zur gleichen Zeit jedoch sehr heilsam.

Wann werden wir wieder Gebrauchsgegenstände erzeugen, die wir sehr lange verwenden können?

Wir sind am Höhepunkt des unzufriedenstellenden Konsumwahns angelangt. Jetzt ist Ausmisten dran. Jetzt ist Bewusstseinsänderung dran. Jetzt ist zu denken: ‘Brauch ich dieses (unbedingt)?’ ‘Was mache ich damit, wenn ich es nicht mehr verwende?’ ‘Wie entsorge ich es?’ ‘Kann ich dann noch etwas anderes daraus machen?’img_20190620_150805

Ausmisten muss nur jemand der zu viel hat. Wenn viele zu viel haben, haben am anderen Ende auch viele zu wenig. Darüber darf nachgedacht werden. Es ist nie zu spät sich zu bewegen und zu lernen.

Aussicht

Wir lieben Aussicht. Ich brauche sie sogar. Ohne Aussicht können meine Gedanken nicht frei herumschwirren. Das ist besonders wichtig. Der Geist darf nicht eingesperrt sein.

Die Aussicht von einem Berg, auf einen See, auf das Meer, in den Himmel, auf etwas worauf man sich freut, ganz egal, aus der eigenen manchmal engen Sicht braucht man Aussicht.

Wenn ich sie gerade nicht habe, ist es günstig zu wissen wie ich in eine solche Aussichtsposition komme. img_20190531_114223-1

Das kann man lernen. Sich selbst kennenlernen und sich ausrichten ist nützlich. Oft braucht es etwas Bewegung um an Aussicht zu gelangen. Das und sie selbst tut uns gut.